Alles rund um die WM 2022 in Katar

  • Die vereinsvertreter wurden rechtmäßig gewählt und benötigen keine weitere legitimation um hier für den verein zu sprechen. Sollte durch die satzung abgedeckt sein.

    Fraglich ist, wer hier für "die fans" sprechen "darf". Das ist aber eine dermaßen heterogene gruppe, dass man hier sicher nur sehr schwer einen konsensfähigen beschluss fassen könnte. Infofern eigentlich nur logisch, dass man sich hier mit vertretern der größten fanorganisationen zusammen gesetzt hat. Und heraus gekommen ist der kleinste gemeinsame nenner.


    Gefällt mir auch nicht. Kann ich mich aber auch nicht größ drüber beschweren, da ich mich nie zur wahl in einem fangremium gestellt habe.


    Wenn man damit nicht einverstanden ist, kann man im eigenen sinne oder als gruppe ein eigenes statement öffentlich machen.

    Man sollte sich dabei aber bewusst machen, dass man mit diesem statement auch nicht für alle mitglieder geschweige denn für alle fans spricht.


    Der verein Fortuna Düsseldorf hat 27.500 mitglieder. Gab es jemals ein votum, bei dem sich zumindestens 10% dieser beteiligt hätten? Von der anzahl an fans ganz zu schweigen ...

  • Das Papier ist so weichgespült, dass es beim Lesen auseinanderfällt. Natürlich hat der Verein keinen Einfluß, ob die Nationalmannschaft dort spielt. Aber warum nicht einfach ein knackiges Statement zum Abschluß: "Der Verein Fortuna Düsseldorf und seine Fans und Mitglieder lehnen Veranstaltungen wie die WM in Katar grundsätzlich ab, bei denen im Vorfeld die Menschenrechte mit Füßen getreten wurden."

    Bitte erklären.

  • Nochmal etwas zum Positionspapier der Fortuna zur WM in Katar:


    Nachdem viele Deutsche Spitzenvereine bereits 1933 in vorauseilendem Gehorsam einen Arier-Paragraphen in ihre Vereinssatzungen aufnahmen, konnte Fortunas Vorstand Matthias Bakkers dies noch 1935 für unseren Verein aktiv verhindern, nachdem es eine entsprechende Aufforderung eines dem System gegenüber besonders linientreuen Vereinsmitgliedes in der damaligen Jahreshauptversammlung gab. In §2 der Vereinssatzung der Fortuna vom 17. Juli 1935 heißt es dann auch: "Der Verein lehnt Bestrebungen klassentrennender und konfessioneller Art ab". Erst 1940 (als das jüdische Leben in Deutschland längst zum Erliegen gekommen war) musste dann ein Arier-Paragraph im Zuge einer "von oben" vorgegebenen Einheitssatzung zwingend aufgenommen werden.


    Eine deutlichere Ablehnung der WM in Katar in einem Positionspapier wäre m.E. zwar sicher weit weniger mutig als das Vorgehen im Jahr 1935, aber durchaus wichtig und in diesem Fall doch auch ganz gemäß der Tradition und den heutigen (und doch so wichtigen) ethischen Grundsätzen unseres Vereins gewesen.

    Was ist das denn bitte für ein Vergleich? Da kann ich Dir leider nicht folgen!


    Du meinst wir sind Mitläufer und lassen uns die Meinung von Oben diktieren? ( Wir, die an dem Papier gearbeitet haben. )

  • Lasst die Stellungsnahme sacken und reflektiert den Text doch erstmal.

    Und dann können wir in die aktive Diskussion gehen und alle Seiten beleuchten.

    Ich bin verwirrt, wie passt es zusammen, dass du auf Deiner Homepage die Erklärung von Fortuna stehen hast mit folgendem Satz:


    Zitat

    Ein WM-Boykott der deutschen Nationalmannschaft ist aus unserer Sicht kein geeignetes Mittel, um für tatsächliche und nachhaltige Verbesserungen in Katar und notwendige Reformen bei der FIFA zu sorgen

    um dann direkt darunter Werbung für deine Aufkleber mit dem Aufdruck: NOQATAR2022 zu machen?

  • Genau das ist mein (persönlicher) Eindruck.

    "Aber eins, aber eins, das bleibt besteh´n!!!
    Fortuna Düsseldorf wird niemals untergeh´n!!!"


    "Fortune favors the brave, fortune favors Fortuna!"


  • Der Verein wird vertreten durch den Vorstand (§ 16 der Satzung), und der wurde nicht von den Mitgliedern gewählt. Das mal vorweg.


    Gewählt von den Mitgliedern wurde der Aufsichtsrat (und der auch nur zum Teil). Dieser vertritt die Mitglieder gegenüber dem Vorstand (§ 17 der Satzung). In diesem Fall fühle ich mich jedenfalls nicht gut vertreten, aber vielleicht gehöre ich ja zur Minderheit, das ließe sich auf der nächsten JMV ja feststellen.


    Deine Ausführungen laufen also darauf hinaus: als Mitglied nur des Vereins erhält man keine Gelegenheit, sich an solchen Gesprächen zu beteiligen, aber Leute, die gar nicht zwingend Mitglieder des Vereins sind, sondern sich außerhalb des Vereins zu einer Vereinigung XYZ zusammengeschlossen haben, können ihren Einfluss geltend machen, und sprechen anschließend im Namen des Vereins. Hmm.


    Ich finde keineswegs, dass das in Ordnung ist.


    Ich kenne ja die eigentliche Position von VV, ARV und dessen Stellvertreter. Nur findet die sich in dem Papier gar so nicht wieder.


  • Deine Ausführungen laufen also darauf hinaus: als Mitglied nur des Vereins erhält man keine Gelegenheit, sich an solchen Gesprächen zu beteiligen, aber Leute, die gar nicht zwingend Mitglieder des Vereins sind, sondern sich außerhalb des Vereins zu einer Vereinigung XYZ zusammengeschlossen haben, können ihren Einfluss geltend machen, und sprechen anschließend im Namen des Vereins. Hmm.


    Ich finde keineswegs, dass das in Ordnung ist.

    Wer hat denn die Gruppe Transparenz eigentlich gewählt? Wer berechtigt diese Gruppe Einfluss geltend zu machen und hier im Forum oft als Mitgliedervertretung aufzutreten? Ich fang jetzt nicht auch noch an albern den Mitgliedschafts-Status in Frage zu stellen und möchte die rhetorischen Fragen lösen: Ihr Engagement. Wenn das Vereinigungen seit Jahren tun können sie sich nunmal auch beteiligen. So wie es die Gruppe Transparenz auch getan hat. Die beteiligten Gruppen dann noch hier als Abnicker und Ja-Sager darzustellen setzt dem ganzen die Krone auf

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  • Es geht mir darum noch mehr Haltung auf der Grundlage der moralischen Prinzipien des Vereins zu zeigen, auch wenn dann evtl. mal mit Gegenwind zu rechnen ist. Einfach ein bißchen mehr Mut. Das Statement hat gute Ansätze, ist mir persönlich aber einfach nicht konsequent genug.

    Fortuna Düsseldorf war schon Pokalsieger als Dietmar Hopp noch mit Lochkarten arbeitete, Deutscher Meister bevor die Stadt Wolfsburg überhaupt gegründet wurde und stellte bereits einen Großteil der deutschen Nationalmannschaft bevor der Chemiekonzern Bayer überhaupt realisiert hatte, dass es in Leverkusen auch außerhalb des Werkgeländes menschliches Leben gibt.

  • ²Sofern dies keine Sanktionen/Rügen und sonstigen Nachteile wirtschaftlicher und finanzieller Art für den Verein oder die verantwortlich handelnden Personen nach sich zieht.

    Wäre für mich so als hätte man nur ein halbes Ei in der Hose.

    Wenn es wie hier um ein konkretes und einzelnes Anliegen geht, dann kann man auch Fans dazu einladen, die nicht Mitglied im SCD, AK oder sonstwo sind.

    Ich bin Mitglied beim SCD, bei Fortuna Treu, die dem AK angegliedert sind und Mitglied bei Fortuna Düsseldorf. Ich bin von keinem gefragt oder kontaktiert worden um meine Meinung äußern zu können. Ich denke, das geht den meisten hier so.

    Mindestens eine Mitgliedschaft werde ich wohl demnächst kündigen.

  • Friedie Das hörst sich doch ganz anders an und auf dieser Grundlage kann man doch diskutieren.

    Ich persönlich hätte das sicherlich komplett anders geschrieben, aber dieser Konsens wurde mit einer sehr großen Gruppe mit

    vielen unterschiedlichen Standpunkten gefunden.


    Es wird in kürze eine Möglichkeit zu einer offenen Diskussion geben und dann dürft Ihr alle gerne kommen.

  • Ich kann doch eine ganz persönliche Meinung zu dem Thema haben und dennoch einen Konsens in einer Gruppe finden! was ist daran falsch?

    In einer Gruppe einigt man sich auf eine Position.

  • Deine Ausführungen laufen also darauf hinaus: als Mitglied nur des Vereins erhält man keine Gelegenheit, sich an solchen Gesprächen zu beteiligen, aber Leute, die gar nicht zwingend Mitglieder des Vereins sind, sondern sich außerhalb des Vereins zu einer Vereinigung XYZ zusammengeschlossen haben, können ihren Einfluss geltend machen, und sprechen anschließend im Namen des Vereins. Hmm.


    Ich finde keineswegs, dass das in Ordnung ist.

    Wer hat denn die Gruppe Transparenz eigentlich gewählt? Wer berechtigt diese Gruppe Einfluss geltend zu machen und hier im Forum oft als Mitgliedervertretung aufzutreten?


    Zur Teilnahme an der "AG Transparenz" (dieser Begriff hat sich erst später gebildet, nachdem man sich zusammengefunden hatte) wurde hier im Forum öffentlich aufgerufen, und es wurden alle aufgenommen, die sich gemeldet hatten. Da musste niemand gewählt werden, man hat sich selbst gewählt (oder eben auch nicht). Das ist Dir ja sicherlich alles bekannt.


    Diese AG nimmt nicht für sich in Anspruch, die Interessen der Mehrheit der Mitglieder zu vertreten, sondern ihre eigenen. Rein zufällig scheinen die sich aber mit einem großen Teil der hier anwesenden Mitglieder zu decken. Vermutlich, weil Transparenz im Interesse vieler Mitglieder liegt.


    Die Berechtigung, sich an den Verein zu wenden, bezieht die AG aus der Eigenschaft, dass ihre Teilnehmer (wie auch deren Unterstützer) allesamt Mitglieder des Vereins sind. Was die AG gemacht hat, hätte auch jedes einzelne Mitglied für sich machen können, ohne dazu jemanden um Zustimmung oder Genehmigung bitten zu müssen. Es ist einfach das selbstverständliche Recht eines jeden Mitglieds. Allerdings wäre der gesamte Aufwand (Fragenkatalog zur oMV, Eingabe an den Ehrenrat, Gespräch mit Vertretern von Vorstand, Aufsichts- und Ehrenrat, Korrespondenz mit dem Verein, Zusammenfassung des Gesprächs) kaum von einem einzelnen Mitglied zu stemmen gewesen.


    Und im Übrigen ist Deine Frage purer Whataboutism, aber ich dachte, ich beantworte sie trotzdem mal.

  • Niemand wird daran gehindert sich in einer Gruppe oder als Einzelperson zu engagieren und durch Aktivität an diesen Tisch zu kommen. Das was eben "jedes einzelne Mitglied für sich machen kann ".


    Ich rechne euch den "gesamten Aufwand" auch hoch an - das machen viele Mitglieder und Fans aus der Runde seit 10-20 Jahren. Jede Woche 3-4 Termine.

  • Niemand wird daran gehindert sich in einer Gruppe oder als Einzelperson zu engagieren und durch Aktivität an diesen Tisch zu kommen. Das was eben "jedes einzelne Mitglied für sich machen kann ".


    Diesen Tisch? Welchen Tisch denn? Ich hab nirgends einen Aufruf gelesen, an der Erarbeitung dieses Positionspapiers teilnehmen zu können, eher im Gegenteil:


    Ich bin Mitglied beim SCD, bei Fortuna Treu, die dem AK angegliedert sind und Mitglied bei Fortuna Düsseldorf. Ich bin von keinem gefragt oder kontaktiert worden um meine Meinung äußern zu können. Ich denke, das geht den meisten hier so.

    Mindestens eine Mitgliedschaft werde ich wohl demnächst kündigen.


    Selbst wenn man also zur "organisierten Fanszene" gehört, hat man offenbar nix mitbekommen. Und das ist ‒ neben dem bescheidenen Ergebnis als solchem ‒ wie auch schon beim Supporter-Pass der fade Beigeschmack: es wird ohne Ankündigung und Wissen der Mitglieder hinter verschlossenen Türen irgendwas ausgearbeitet und beschlossen, und hinterher der staunenden Mitgliederschaft und Öffentlichkeit präsentiert. Und dann heißt es:


    Es wird in kürze eine Möglichkeit zu einer offenen Diskussion geben und dann dürft Ihr alle gerne kommen.


    Ach, wie gnädig... Irgendwie ist hier die Reihenfolge vertauscht.


    Die AG Transparenz ist anders verfahren. Jeder einzelne Schritt wurde öffentlich bekanntgegeben: sämtliche Dokumente mit ihren Fragen und Positionen wurden veröffentlicht, dass, wann und mit wem ein Gespräch stattfinden wird und stattgefunden hat, was dessen (Nicht-)Resultat war und wie die AG es kommentiert.


    Von den Gesprächen über dieses Positionspapier hat man bis zu dessen Veröffentlichung genau NICHTS erfahren.


    Ich rechne euch den "gesamten Aufwand" auch hoch an - das machen viele Mitglieder und Fans aus der Runde seit 10-20 Jahren. Jede Woche 3-4 Termine.


    Super. Und warum erfährt man davon nie etwas? Was kommt denn so dabei konkret raus?


    Es geht ja hier nicht darum, sich dauerhaft beim SCD, AK oder sonstwo zu beteiligen, sondern einzig und allein beim Thema "Wie positioniert sich Fortuna Düsseldorf zur WM in Katar" mitwirken zu können. Und diese Gelegenheit hat man als einfaches (und selbst als "organisiertes") Mitglied offenbar nicht gehabt, da musste man schon zu irgendeinem erlauchten Kreis gehören.


    Ich fang jetzt nicht auch noch an albern den Mitgliedschafts-Status in Frage zu stellen und möchte die rhetorischen Fragen lösen: Ihr Engagement.


    Der Verein (und um dessen Positionspapier geht es) sind dessen Mitglieder, scheint (leider auch im Verein selbst) nicht allen geläufig zu sein. Nicht Fanclubs oder deren Dachverband.

  • Ich persönlich hätte das sicherlich komplett anders geschrieben, aber dieser Konsens wurde mit einer sehr großen Gruppe mit vielen unterschiedlichen Standpunkten gefunden.


    Sorry: wenn ich persönlich einen Boykott der deutschen Nationalmannschaft unbedingt befürworte und der Meinung bin, dass sich mein Verein entsprechend positionieren und den DFB öffentlich auffordern sollte, die WM zu boykottieren (egal ob das Aussicht auf Erfolg hat oder nicht), in dem Papier aber dann das genaue Gegenteil steht, dann kann ich das doch keinen "Konsens" nennen, sondern distanziere mich davon deutlich.


    Man kann hier und da sicher mal Kompromisse schließen, aber hier gibt es zwischen "Ja" (WM boykottieren) und "Nein" (WM nicht boykottieren) nun mal keinen.


    Wie sieht ein Peter Frymuth ( 2. Vorsitzender des DFBs ) die Boycott Haltung?


    Egal.