Beiträge von fortuna-junkie

    ....o.k.....ich konkretisiere.....war bezogen auf andere TK-Pizzen....und ja, ich ziehe selbstveständlich immer eine Pizza direkt vom Italiener einem Fertigprodukt vor.....das gilt im übrigen ja auch grundsätzlich für Fertigprodukte im Vergleich zu selber gekocht mit frischen Zutaten....oder essen im Restaurant.


    Alltag und Bequemlichkeit lassen mich dennoch hin und wieder auf solche Produkte zurückgreifen...

    ...hmmm...ich hab ehrlich gesagt noch nie auf den Zubereitungshinweis geschaut....mein Backofen hat ein sogenanntes Pizzaprogramm und ich bin mit dem Ergebnis echt zufrieden.......bei mir im Umkreis gibt es zudem keinen vernünftigen Pizzabäcker.....nur Imbissbuden, die neben Dönner, Schnitzel und Pommes eben auch eine sogenannte "Pizza" im Angebot haben.....


    Gehört zum "Schicksal" der Landbevölkerung.... ;(

    fortuna-junkie

    Von einem Widerspruch in Deinen Äußerungen hab ich gar nicht gesprochen? Ich sprach jedoch von Widersprüchen bei Pollatschek (Zeitung vs. TV).


    Na egal, es ist schön, dass Du mit Dir selbst zufrieden bist und Dich nicht weiter mit anderen Auffassungen von Leuten, die es wissen müssten, belasten willst. Verstehe...

    hahahaaaa....großes Kino wiedermal von Dir!


    Ich habe in meinem ersten Beitrag zum Thema "Gendern" verschiedene Gegenargumente, die hier genannt wurden, wiedergegeben und dazu meine Position geäußert und warum ich die Gegenargumente größtenteils für falsch halte. Das Thema war und ist also "Gendern" und nicht irgendein Interview, welches Du hier verlinkt hast.

    Ich habe weiterhin in einem zweiten Post geäußert, dass ich der These von Frau Pollatschek, nämlich dass Gendern sexistisch wäre, nicht folgen mag - aber diese Meinung, die eine von vielen ist, respektiere.


    Interessant ist, dass Du kein Wort zu all den anderen Argumenten verlierst, zu denen ich eine Gegenposition bezogen habe und die u.a. auch von deiner viel zitierten Frau Pollatschek für falsch gehalten werden. Argumente, die ja auch z.T. von dir immer und immer wieder vorgebracht wurden, wie z.B. die ach so furchtbare Sprachpause beim Sprechen. Ich meine du hättest auch den Begriff "Sprachpanscherei" hier verwendet.


    Ich hatte übrigens auch eine Inteview zum Thema verlinkt, nämlich dass einer Sprachwissenschaftlerin - da reite ich aber auch nicht ständig drauf rum und erkläre deren Ausführungen auch nicht für Gesetzesgleich.


    Und nochmal: ich kann ich sehr wohl mit anderen Meinungen zum Thema leben, auch wenn ich diese nicht teile - offensichtlich ganz im Gegenteil zu Dir!


    Für mich ist das Thema damit beendet - auch aus Rücksicht auf die anderen User, die wahrscheinlich schon genervt die Augen verdrehen, wenn sie dieses zu Tode diskutieren überhaupt verfolgen sollten.


    Ich diskutiere gerne und habe auch nichts gegen einen Meinungesstreit. Meinungsstreit bedeutet für mich allerdings, dass die beteiligten Diskutanten offen sind für Argumente des anderen. Wenn aber Beiträge nonstop verfasst werden, die einzig und allein das Beharren auf der eigenen Position beinhalten, dann hat das nichts mit offenen Meinungsstreit zu tun, sondern ist für mich eher eine Form der Selbstbefriedigung.


    @Mods: darf ich das so sagen? :D


    In diesem Sinne - einen schönen Tag noch!

    ...also deine Einwände finde ich albern und unbegründet.....ich sehe in meinen Äußerungen absolut keinen Widerspruch.....werde mich jetzt aber auch nicht auf deine Spielchen einlassen und jeden Halbsatz hier auseinander nehmen oder nochmals begründen.


    Das Thema ist eh schon - wie üblich - zu Tode diskutiert worden....

    Zitat e #myfreexp


    zum Interview ...das Du offenkundig aber gar nicht gesehen hast und dessen Inhalt Du deshalb auch geflissentlich ignorierst...


    ...Soso, das "amüsiert" Dich also. Dann wende Dich bitte an Frau Pollatschek, den Bezug zur DDR hat sie nämlich (unter inhaltlicher Zustimmung von Petra Gerster) hergestellt, ich habe ihn lediglich aufgegriffen....

    Also das ist schon ein wenig skuril....du bemängelst einerseits, dass ich das von dir verlinkte Interview mit Frau Pollatschek ignoriert hätte, kritierst dann das von mir gesagte aber, in dem du es genau in Widerspruch zu den Interviewinhalten setzt - ja was den nun??

    In meinem Beitrag habe ich zu diversen Argumenten (gegen das Gendern), die in diversen Beiträgen von diversen Foristen zu lesen waren, Stellung genommen. Da ging es also nicht nur um deine Beiträge.


    So hatte u.a. auch den DDR-Vergleich hier irgendein Forist gebracht, so im Sinne - in der DDR ging doch Gleichberechtigung auch ohne zu Gendern. Dazu habe ich mich kurz geäußert und auch angemerkt, dass das Thema Gleichberechtigung in der DDR etwas komplizierter ist, weil die Herangehensweise auf einer anderen Grundlage fußt, die nämlich die Gleichstellung in Abhängigkeit von der Lösung des gesellschaftlichen Hauptwiderspruchs sieht - nämlich in der Aufhebung des Klassenwiderspruchs. Aber das würde jetzt etwas zu weit führen.


    Kann man übrigens auch mitreden, wenn man nicht in der DDR geboren wurde. Der Geburtsort ist übrigen kein Kriterium, sich sachlich und fundiert zu und über gesellschaftliche und historische Fragen und Themen zu äußern. Was dies in der Konsequenz heißen würde, will ich hier gar nicht weiterführen - das ist wirklich absurd!


    Deine Sichtweise zum Gendern sei dir unbenommen, die Sichtweisen von Frau Gerster und auch Frau Pollatscheck, die viele der Gegenargumente für falsch hält, sind gleichfalls eigene Meinungen, die ich natürlich akzeptieren kann, ohne sie teilen zu müssen.

    Ich hab meine Meinung, die ich versucht habe sachlich zu begründen - sollte man auch akzeptieren können.

    ...kein Grund "patzig" zu werden....war der Versuch mit dem Nachsatz witzig zu sein - ist aber wohl fehlgeschlagen. Sollte also wirklich keine blöde "Anmache" sein! Wenn das so rübergekommen sein sollte - ein aufrichtiges sorry!


    Was Nele Pollatschek angeht, weiß ich nicht, wie die Äußerungen in Ihrem Gastbeitrag anders zu verstehen sein sollen - vielleicht hat sie auch Ihre Auffassung geändert - keine Ahnung, ist mir eigentlich auch egal.


    Denn wie schon gesagt - unabhängig davon, ob sie sich Pro oder Contra ausspricht, ist das ja auch nur eine Meinung von vielen und hat demnach auch nicht mehr Gewicht oder hat das was diese Frau sagt neuerdings Allgemeingültigkeit.


    Die Äußerungen im Tagesspiegel sind jedenfalls nicht anders zu verstehen und eindeutig:


    "...Und ich weiß, dass die allermeisten Argumente gegen das Gendern falsch sind. Falsch ist es zum Beispiel, zu behaupten, dass sich Wörter wie Student*innen nicht aussprechen ließen. Wer „Theater“ korrekt aussprechen kann, mit einem glottalen Verschlusslaut, also „The-kurze Pause-ater“ und nicht von „Thejater“ spricht, kann auch „Student-kurze Pause -innen“ aussprechen. Auch ist falsch, dass das Gendern nicht schön ist.

    Wer denkt, dass bei der zwischenmenschlichen Kommunikation Schönheit wichtiger sei als Gerechtigkeit, der rettet auch einen Ertrinkenden nicht, weil das ganz hässliche Wasserflecken auf dem Jachtdeck gibt. Am falschesten, dass die deutsche Sprache irgendwie vor Wandel geschützt werden müsse. Alle Argumente dieser Art bitte nur auf Althochdeutsch verfassen.

    Im Grunde gibt es nur ein einzig wirklich gutes Argument gegen das Gendern: Es ist leider sexistisch. Ich sage leider, denn Menschen, die Gendern sind grundsympathisch. Wer gendert, tut das in der Regel, um auf sprachliche und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten hinzuweisen. Gendern ist eine sexistische Praxis, deren Ziel es ist, Sexismus zu bekämpfen."


    ich mache mir die Argumentation ja gar nicht zu eigen - ich wollte nur damit zeigen, dass sich Nele Pollatschek nicht so wirklich als Kronzeuginfür die Gegenargumentation des Genderns eignet.


    Jedenfalls nicht, wenn man nicht auch ihre verschärfte Sexismus-These teilt. Das kann man natürlich tun - wenn man diese für richtig hält, ich kann ihr da jedenfalls absolut nicht folgen.

    ...so, eigentlich wollte ich mich ja zum gendern gar nicht äußern und nun hab ich mehr geschrieben als beabsichtigt....da ich so lange Beiträge oft selbst als Zumutung empfinde, bitte ich vorab schon mal um Vergebung!....8-)


    Aufgreifen möchte ich die Anmerkung von #Zimbo4, der in der kontroversen Genderdiskussion eine größere Gelassenheit gewünscht hat.

    Dem kann ich mich nur anschließen, will aber - obwohl ich wohl auch zu den mittlerweile "älteren Säcken" zählen dürfte - "kurz" (höhöö) noch meinen Senf dazugeben, weil ich mich über einige Argumentationen der Gendergegner schon etwas wundern muss.


    Am für mich verständlichsten - auf den ersten Blick zumindest - ist für mich das Argument, welches Begriffe wie "umständlich, aufwenig, gewöhnungsbedürftig, uneinheitliche Verwendungsweisen, etc.,etc.", umfasst und damit eine allgmeine Irritation beschreibt - dies geht mir im Grunde nicht anders.


    Denn in der Tat gibt es bezüglich einer gendergerechten Sprache sehr wohl Schwierigkeiten, die natürlich auch benannt werden dürfen und die auch mich manchmal vor große Rätsel stellen.


    Ich habe aber den Eindruck, dass diese "schwierigen" Beispiele - die zur Belustigung aufgeführten Verhohnpipelungen mal außen vor - gerne und gerade immer von dem Personenkreis herangezogen werden, der das Gendern offensichtlich grundsätzlich und kategorisch ablehnt.


    Das "Gendern" steht doch - als Teil einer Sprachentwicklung - erst am Anfang. Von daher ist doch klar, dass es auch noch keine einheitlichen und allgemeingültigen Standards geben kann, zumal der Rat der deutschen Rechtschreibung ja auch erstmal abwarten will, welche Formen des Genderns sich in der Entwicklung durchsetzen.

    Auch von daher greift meiner Meinung nach der Vorwurf des Aufdoktrinierens nur bedingt - von einer beabsichtigten "Erziehungsmaßnahme", wie hier schon geäußert wurde, mal ganz zu schweigen.


    Umfassender und besser erklärt dies Gabriele Diewald, Professorin für Germanistische Linguistik an der Leibniz Universität Hannover, die beim Dudenverlag den Leitfaden "Richtig gendern" herausgebracht hat.


    Sie erzählt in einem Interview - als Befürworterin des Genderns - über teilweise Schwierigkeiten des Umgangs mit Gendersprache und die Suche nach Lösungen, dem vor uns liegenden, langwierigen Entwicklungsprozess einer einheitlichen Form des Genderns, der möglicherweise 20-30 Jahre dauern wird - wobei offen ist, ob sich heute verwendete oder völlig neue Formen durchsetzen werden. Außerdem äußert sie sich auch zu Kritik und Ablehnung des Genderns und zu dem mutmaßlichen Kritikerkreis sowie einigen weiteren Punkten.


    Wen das Interview interessiert, hier der Link:


    https://www.genderleicht.de/sp…gendern-braucht-20-jahre/


    Im Zusammenhang mit der Genderdiskussion muss ich übrigens an das allgemein empörte "Geschrei" bezüglich der Rechtsschreibreform von 1996 denken, an dem ich mich damals auch beteiligt habe, im Sinne "was soll denn der Scheiss!!". Warum? - ganz einfach, weil es mir zu lästig war, bestimmte und mir vertraute Schreibweisen zu ändern.


    Damals war meiner Erinnerung nach das Meinungsbild sowohl in Gesellschaft, als auch in "Fachkreisen" mindestens ähnlich ablehnend, wie uns das auch die hier genannte ZDF-Umfrage bezüglich der Genderpraxis in den Medien vermitteln will.


    Auch diese Reform war Teil einer "angeschobenen" Sprachentwickling, die mit einer bestimmten Absicht erfolgt ist.

    Es wäre interessant zu erfahren, ob die rigorosen Gegner und Gegnerinner des Genderns sich dieser Reform damals auch konsequent verschlossen haben - ich jedenfalls habe mich dieser Reform dann doch "gefügt" (meine ich zumindest....)



    Als weiteres Argument gegen das Gendern wird hier aufgeführt, dass das Gendern doch keine wirksame Strategie wäre, um Ungleichheit und Ungerechtigkeiten im Umgang mit den Geschlechtern zu beseitigen und dabei so getan, als wenn dies losgelöst von dem gleichzeitigen Streben nach entsprechenden gesellschaftlichen Veränderungen gefordert würde.


    Keine Ahnung wer sowas behauptet. Wo und von wem wird denn diese These aufgestellt? Und natürlich wäre das Nonsens, also die Auffassung, dass sich alleine durch gendern Ungleichheiten - wie durch Finger schnippen - beseitigen ließen.


    Wie #AlexR auch schreibt, ist Sprache wohl die wichtigste Form der Kommunikation und somit eben auch ein elementarer Bestandteil des Zusammenlebens, sozialer Beziehungen und Verhältnisse.


    Von daher kann ich jedenfalls dem Argument der Genderbefürworter gut folgen, dass es - wenn es darum geht u.a. für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und für emanzipatorische Reformen im Allgemeinen zu streiten - ein Widerpruch wäre, diesen elementaren Aspekt des Zusammenlebens einfach so unter den Tisch fallen lassen.


    Gendern soll - so habe ich das jedenfalls verstanden - nur ein Bestandteil einer fortschrittlichen Entwicklung sein.


    Hier wurde außerdem auf ein Interview von Nele Pollatschek hingewiesen, um die grundsätzliche Ablehnung des Genderns zu untermauern.

    Nun, abgesehen, davon, dass die Meinung von Frau Pollatschek ja auch nur eine Meinung von vielen ist, finde ich das insofern interessant, weil Frau Pollatschek 95% (ist nur ein geschätzter Wert, weil mir die Zahl so gefällt --,)s) der hier im Forum vorgebrachten Argumente, gerade auch des vehementesten Gegners des Genderns (muss nicht gegendert werden, weil ein bestimmter User gemeint ist --;;)), als falsch und haltlos bezeichnet.


    So z.B. die Bedenken bezüglich der Pause beim Sprechen, der Ausprache allgemein, der Bewahrung der Schönheit der Sprache und vor allem der Einhaltung von Sprachregeln und Bewahrung der Sprache bzw. diese vor Wandel zu schützen - so wurde hier ja auch schon u.a. von Sprachpanscherei gesprochen, nur um ein Beispiel zu nennen.


    In einem Gastbeitrag im Tagesspiegel bezeichnet eben jene Frau Pollatschek genau diese Gründe als falsch und führt weiter u.a. an: "Im Grunde gibt es nur ein einzig wirklich gutes Argument gegen das Gendern: Es ist leider sexistisch."


    Sie ist dabei der Auffassung, dass Gendern die Diskriminierung nur noch schlimmer macht. Der entsprechenden Begründung kann ich nicht wirklich folgen - da vergallopiert sie sich meiner Meinung nach, daher nur der Verweis auf den kompletten Beitrag, der bei Interesse hier ebenfalls nachgelesen werden kann:


    https://www.tagesspiegel.de/ku…h-schlimmer/26140402.html


    Sie wendet sich aber u.a. gerade in diesem Beitrag gegen das auch hier vorgebrachte Argument die Sprache müsse gegen Wandel beschützt werden.


    Ich halte das ebenfalls für völlig absurd und vor allem realitätfern! Sprache ist doch von je her und ständig im Wandel....seit Jahrhunderten u.a. durch technischen und wissenschaftlichen Fortschritt sowie durch gesellschaftliche, soziale und politische Einflüsse.


    Allein nach 1945 hat es außerdem riesige Veränderungen in der Sprache durch anglo-amerikanische Einflüsse sowie durch diverse Migrationsströme gegeben.


    Ein weiterer hier ebenfalls oft gebrauchter Einwand ist: ja mein Gott, haben "wir" denn nicht ganz andere und viel größere Probleme, die es vorrangig zu lösen gilt.


    Erstens halte ich diesen Einwand - sorry - für ziemlich verlogen; sowas kommt doch immer, wenn etwas partout und grundsätzlich abgelehnt wird, sachlich Einwände aber keine einfallen - insofern unterstelle ich auch einfach mal, dass die, die diesen "Einwand" vorbringen, selbst wenn alle Probleme dieser Welt gelöst sein sollten, ein neues erfinden würden, nur um die Genderpraxis nicht anpacken zu müssen.


    Zweites habe ich aber immer ein Problem damit, verschieden Inhalte, Probleme oder Gruppen gegeneinander auszuspielen.

    Es ist ja auch nicht so, dass jetzt z.B. Fragen zur Bewältigung der Klimakrise bei Seite geschoben würden und sich statt dessen nur mit Fragen des Genderns befasst würde - also auch dies kein ernsthafter Einwand.


    Amüsiert hat mich dann bei der bisherigen Diskussion wirklich der mehrmalige Verweis auf die DDR und die dort fortgeschrittenere Gleichstellung der Frau, mit dem Hinweis: in der DDR ging das doch auch ohne zu gendern.


    Ich bin schon froh, dass nicht auch noch Erich Honecker als Kronzeuge zitiert wurde, der ja 1971 die Frauenfrage (als Gleichstellungsfrage) für die DDR als erledigt erklärt hatte.


    Diesbezüglich wäre sicher eine Menge zu sagen und interessant wären da auch gerade die Meinungen von Forist*innen, die in der DDR aufgewachsen sind....würde hier jetzt aber zu weit gehen.....der Post is eh schon zu lang - sorry.


    Wie gesagt, hielte ich etwas weniger Verbissenheit und mehr Gelassenheit bei der Diskussion im Umgang mit der Genderpraxis für begrüßenswert.


    Ich persönlich kann einige Vorbehalte teilweise verstehen, stehe dem Gendern selber aber durchaus offen und positiv gegenüber - obwohl ich ebenso wie viele andere in der Umsetzung so meine Schwierigkeiten und das Ganze bei weitem noch nicht so "verinnerlicht" habe

    Ich halte z.B. das Setzen eines "Sternchens" in der Regel aber für einen geringen Aufwand und mein ästhetisches Empfinden wird dadurch auch absolut nicht beleidigt.


    Manchmal kann es ja vielleicht sogar von Vorteil sein, wenn zumindest das Selbstgeschriebene nochmal geprüft wird 8-) und beim gesprochenen Wort bin ich auch noch nie von irgendwem gemaßregelt worden, wenn ich es getan oder nicht getan habe.


    Und weil auch Niemand zum "Gendern" gezwungen wird, bleibe ich absolut entspannt, wenn andere oder ich selber in Wort und Schrift gendern oder eben auch nicht.

    Es ist richtig und absolut ligitim die Partei "Die Linke" (als Nachfolge-Nachfolgepartei der SED) auf die Verantwortung der Vor-Vorgängerpartei hinzuweisen und von dieser eine Bewertung der 40jährigen (SED-) Partei- und Staatsgeschichte zu erwarten


    Wo du nicht richtig liegst, ist die Aussage, das die Partei "Die Linke" sich diesbezüglich verweigern würde.

    Auf der Internetseite der Partei im Bereich "ueber uns/geschichte" wird sehr wohl zu diversen Punkten kritisch Stellung genommen


    Dort ist u.a. zur DDR zu lesen, dass das Scheitern der DDR auf den eklatanten Mangel an Demokratie und die Missachtung elementarer Bürgerrechte sowie wegen des grundsätzlichen Misstrauens des Staatsapparates gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern und, schließlich, wegen der mangelhaften Fähigkeit des Wirtschaftssystems, den Konsumbedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden, zurückzuführen ist.


    Zur Mauer ist u. a. zu lesen, dass diese sich in letzter Konsequenz nicht gegen äußere Staatsfeinde, sondern gegen die individuellen Freiheitsrechte der eigenen Bürgerinnen und Bürger richtete. Die Schüsse an der Mauer auf eigene Bürgerinnen und Bürger, die ihren Staat verlassen wollten, stellen eine Verletzung elementarer Menschenrechte dar und sind durch nichts zu rechtfertigen.


    Es gibt weitere Punkte, zu denen Stellung genommen wird.


    Weitere Erklärungen zur Rolle der SED, der DDR, etc. etc. hat es meiner Erinnerung nach u.a. vor der ersten Regierungsbeteiligung in Berlin sowie der Regierungserklärung von Ramelow in Thüringen gegeben.


    Man kann natürlich darüber streiten und mir ist klar und verständlich, dass darüber unterschiedliche Ansichten bestehen, ob diese Erklärungen ausreichend sind - auch das halte ich für völlig ligitim.


    Aber dass die Partei "Die Linke" einen Teil der eigenen Geschichte negiert - ist schlicht falsch.


    Eine weitere Anmerkung noch:

    unstrittig ist natürlich, dass die SED die Führungsrolle und damit die Hauptverantwortung in der DDR und

    für alles was damit zusammenhängt trägt.


    Fakt ist aber auch, dass es den "Demokratischen Block" gab, dem weitere Parteien - CDU, LDPD, DBD und NDPD - angehörten, die alle ebenso staatstragend waren und Abgeordnete sowie Minister stellten.


    Diese Parteien wurden nach der Wende - ebenso wie die Mitglieder und vor allem auch die Vermögen in Form von Immobilien - von der CDU (Ost-CDU und DBD) sowie der FDP (LDPD und NDPD) geschluckt. Führende Funktionäre dieser Block-Parteien wurden z.T. hohe Funktionäre in ihren neuen Partei und/oder wurden Abgeordnete und kamen zu Ministerposten auf Landesebene.


    Mir ist nicht bekannt, dass auf den Internetseiten der CDU oder der FDP entsprechende Hinweise zu finden sind oder sonstige Erklärungen der Parteifürhungen existieren, geschweige denn ständig eingefordert werden - ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.


    Die einzigen beiden bundesweiten Bundestagsparteien, die damals schon existierten und keine der alten Blockparteien inkl. deren Mitglieder und Vermögen geschluckt haben und somit gänzlich unbelastet sind, dürften somit wohl die SPD und die Grünen sein.

    Das ist echt starker Tobak, den Du da loslässt.


    Dass diese Option nicht besteht, ist das einzig positive an der Wahl Laschets zum Vorsitzenden.
    Unter Merz, da bin ich leider sehr sicher, wäre eine Haselnuss-Koalition [schwarz-braun] eine Option gewesen.

    ....na, also da sollte man vielleicht die Kirche doch mal im Dorf lassen. Bei aller inhaltlichen Abneigung, die ich gegenüber der CDU hege, hielte ich dies auch bei einem Parteivorsitzenden Merz auf Bundesebene für völlig ausgeschlossen.


    Unstrittig ist sicher, dass es Personen und Strömungen - mehr oder weniger stark je nach Landesverband - gibt, die eine Zusammenarbeit mit der AFD befürworten oder auch darauf hin arbeiten, wie z. B. ein Hans-Georg Maaßen.


    Diese sind aber meiner Meinung doch sehr weit entfernt eine Mehrheit abzubilden.


    Eine Zusammenarbeit würde zu einer Zerreißprobe bis hin zu einer möglichen Spaltung der Partei führen - wenn ich nur an so liberale und moderate CDUler wie Daniel Günther in Schleswig-Holstein denke.


    Dies ist aber natürlich nur eine Momentaufnahme....und spannend könnte die Entwicklung in einigen Landesverbänden sicher werden, sollten sich die derzeit katastrophalen Umfragwerte im September evtl. bestätigen.

    Sehr schöne Zusammenfassung der Leistungen der ersten rot-grünen Bundesregierung. In der Tat, die hatten die Aufgabe den Sozialstaat in einem Umfang abzubauen, wie es sich Helmut Kohl nicht getraut hätte. Und diese Aufgabe haben sie sehr erfolgreich erfüllt. Zur Schleifung des Sozialstaats sind niemand besser geeignet als Sozialdemokraten und verwandte Parteien, die können auch den Protest gegen die Massnahmen besser unten halten. Es ist wahrscheinlich auch kein Zufall, dass die Schleifung des Sozialstaats in den USA (doch, da gibt es auch Sozialverstaat, wenn auch in recht bescheidenem Umfang) von den Demokraten unter Bill Clinton in Angriff genommen wurde, und in Grossbritanien von New Labour unter Tony Blair.


    Was das für die kommende Bundestagswahl bedeutet, weiss ich nicht. Sind andere Zeiten und anders als Ende der 1990er Jahre, sind die Themen "Schleifung des Sozialstaates" und "Befreiung der Finanzmärkte" im Augenblick keine grossen Themen (kann sich aber schnell ändern). Ich denke, man tut in jedem Fall gut daran, von Sozialdemokraten nicht allzuviel zu erwarten.


    Allerdings ist die Partei Die Linke auch eine sozialdemokratische Partei, von denen würde ich, anders als Du, auch nicht allzuviel erwarten.

    ....ohh - nee, den Eindruck wollte ich so gar nicht erwecken. Deine Einschätzung der Partei "Die Linke" teile ich so....sie ist für mich aber das z. Z. kleinste Übel, das Aussicht auf Einzug in den Bundestag hat.


    Ich würde sicher auch kein Vermögen darauf verwetten, dass bei einer Regierungsbeteiligung der Linkspartei von dieser gewisse Dinge mitgetragen würden, die sich dann evtl. auch als soziale Untaten bezeichnen liessen. "Die Linke" wäre dann - zumindest parlamentarisch - aber auch noch weitaus mehr in ihrer Existenz bedroht als momentan.


    Aber Negativbeispiele "linker" Regierungspolitik gibt es diesbezüglich natürlich schon reichlich - wenn ich nur an die Fortsetzung der neoliberalen Politik durch den Rot-Roten-Senat in Berlin in den 90iger Jahren denke, wo ein Großteil des landeseigenen Wohnungsbetandes an Finanzinvestoren regelrecht verscherbelt wurde und Wohnungspolitik - damals noch von der PDS - in erster Linie Wohnungsverkaufspolitik war.

    Ging ja auch einfach - gab es gegen diese Verkaufspolitik schließlich keine parlamentarische Opposition mehr.


    Ein Vorgang, dessen negative Auswirkungen sich ja gegenwärtig besonders "gut" zeigen.


    Insofern ist die Wahl der Partei "Die Linke" für mich auch eher "taktisch" motiviert.....ich bin da im Grunde auch ziemlich illusionsfrei.