Die Offtopics

  • Beitrag von Arthur Friedenreich ()

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  • Eine Demokratie muss Kritik zulassen, aufnehmen und thematisieren, ohne die Kritiker pauschal zu diffarmieren. Ein offener Diskurs muss möglich sein. Dazu leben wir in einer Demokratie. Ausserdem sollte jeder Mensch selber denken und sich auf verschiedenen Quellen seine eigene Meinung bilden. Das Medien sehr manipulativ sind, sollte mittlerweile klar sein. Medien gewinnen Kriege. Dazu gibt es genügend Beispiele. Die Welt in der wir leben ist nicht gut. Wir dienen einfach nur zum Zweck. Und deswegen sollte man nicht alles glauben was einem vorgesetzt wird. Kritisch hinterfragen ist immer gut.


    Schön gesagt. Nur:


    Wer von den hier oder auf irgendwelchen Demos Anwesenden ist denn von Ausbildung und Wissen her überhaupt in der Lage, "selber zu denken" und einen "offenen Diskurs" über derart komplexe wissenschaftliche Themen selbst zu führen? Ich behaupte - so gut wie niemand.


    Man kann sich doch mangels eigener Sachkenntnis nur an irgendwelche (tatsächlichen oder vermeintlichen) Wissenschaftler "dranhängen", die man für vertrauens- und glaubwürdig hält. Und da ziehe ich persönlich einen Christian Drosten vor, der sich a) eben jeglicher Vereinnahme durch Presse und Medien konsequent verweigert, b) auf "seinen" (den des NDR) mittlerweile reduzierten Podcast konsequent beschränkt, und c) auf irgendwelche Scharmützel mit Presse/Medien gar nicht erst einlässt. Und auch keine Bücher schreibt und verkauft, sondern sich in erster Linie seiner wissenschaftlichen Arbeit widmet, an deren Erkenntnissen er uns hin und wieder teilhaben lässt.


    Und sich zudem bei konkreten Handlungsempfehlungen für die Politik betont zurückhält. Aber durch die Dynamik der Ereignisse bisweilen gezwungen ist, mal ein paar deutliche Worte zu verlieren (die ich mir viel öfter und deutlicher gewünscht hätte).


    Und weil hier schon mal Zahlen über Umsatzeinbrüche von 150.000 € infolge der diversen Maßnahmen genannt wurden: die sagen wenig aus, wenn man den Gesamtumsatz nicht kennt. Meiner liegt in absoluten Zahlen um ein Vielfaches höher, beläuft sich für das erste Halbjahr 2020 auf rund 70% (das ist schon aussagekräftiger), Besserung nach einem kurzen Strohfeuer kaum in Sicht - es geht erstmal nur noch darum, die Insolvenz zu vermeiden.


    Dennoch kann ich nicht verstehen, wie man die Kompetenz von Kapazitäten wie Drosten in Frage stellen kann. Ich habe den Eindruck, dass viele, die ihn kritisieren, dessen Podcasts gar nicht selbst gehört haben - sondern nur das lesen, was die Presse davon verkürzt und in Teilen sinnentstellend wiedergibt.


    EDIT: Ich glaub, ich sollte das mal in die Offtopics verschieben.

  • myfreexp : (...)"Wer von den hier oder auf irgendwelchen Demos Anwesenden ist denn von Ausbildung und Wissen her überhaupt in der Lage, "selber zu denken" und einen "offenen Diskurs" über derart komplexe wissenschaftliche Themen selbst zu führen? Ich behaupte - so gut wie niemand."(...),


    Drosten ist schlicht und einfach in die Hände von BLÖD gefallen und dort zum Feindbild aufgebaut worden. BLÖD hat sich auf die selbst ausgesuchten sogenannten und von BLÖD bevorzugt veröffentlichten Fachleute mit dem Geist der stets verneint zurück gezogen und druckt täglich deren Einschätzungen, die von viel good will der Wirtschaft gegenüber zeugen , und bezeichnet einen davon sogar als Papst der Virologie und Epidemiologie. Dieses unsägliche Blatt hat eine große Reichweite bei den menschen in Deutschland und unterstreicht somit auch Einfluss und Wirkung bei diesen Menschen in unserem Land. Am Ende glauben natürlich die Leser von BLÖD auch das, was dort steht. BLÖD versteht sich als solitäres Aufklärungsblatt der besonderen Art und lässt dabei völlig außer Acht, dass die Wissenschaftler insgesamt gut vernetzt sind und in stetigem regen Austausch von Erkenntnissen stehen.

    Ich mag die Amateure. Denn sie tun es aus Liebe

    (Arturo Toscanini)

  • "Keine Zulassung von Zuschauern erfolgt in der Regel, wenn die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist."

    München liegt jetzt über 45, aber Söder wird das sicher klar eingrenzen können. Und lässt 7.500 Zuschauer zu. Was macht das Virus in Bayern eigentlich anders?


    https://www.muenchen.de/rathau…ronavirus-Fallzahlen.html


    https://www.kicker.de/bundesli…-7500-fans-784797/artikel

    Freedom's just another word for nothin' left to lose.

  • Es geht wohl eher um den halbstündigen Mitschnitt auf Youtube etc. der die "Highlights" zeigen soll. Sehe das auch nicht sooo schlimm, allerdings ist es schon verwunderlich das die "spannenden" Passagen tatsächlich fehlen. Natürlich alles ein bisschen subjektiv.

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  • Hat f95_calling doch auch geschrieben: [...]In der hochgeladenen Internet-Version[...]

    Welche "hochgeladene Internetversion" denn bitte? Im Internet kann im Grunde jeder hochladen, was er will und wie zusammengeschnitten er will. Hier soll möglicherweise etwas suggeriert werden, was Bullshit ist. In der ZDF-Mediathek, somit der entscheidenden "hochgeladenen Internetversion", jedenfalls ist die Sendung komplett zu sehen, und ich hatte ja damals hier quasi auch live über diese berichtet. ;-) Was ich damals wie heute schon eher speziell finde, ist, dass Lanz himself solche Fragen stellt und sozusagen den "Querdenker" spielt, was ja Anwesende auch offenbar leicht irritierte ...

    Es wird Trauer sein und Schmerz

    GEGEN RASSISMUS UND MEINUNGSDIKTATUR

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  • Keine Zuschauer ;(

    https://www.kicker.de/eroeffnu…-zuschauer-784890/artikel

  • @95- calling: Ich kann das nicht so bestätigen oder so sehen. Demos könnten dazu beigetragen haben, dass sich bei uns die Infektionsanzahl wieder deutlich erhöht haben. Dass es so oder so ist kann ich auch nicht sagen. Warum soll man also nicht bei den Tugenden und Maßnahmen bleiben, die uns in der ersten Welle mit Sicherheit geholfen haben, dass sich dass Virus deutlich weniger ausgebreitet hat, obwohl wir so gut wie nichts darüber wussten und uns nur an anderen Seuchen der Vergangenheit und anderen Epi-Pandemien orientieren konnten?

    Z.B. die Sendung von Lanz am 03.09. Lanz stellt kritische Fragen an anwesende Politiker bzgl der nicht stattfindenden 2ten Welle. In der hochgeladenen Internet-Version sind dann alle kritischen Fragen rausgeschnitten. Das finde ich crazy und habe ich bisher so noch nie bemerkt. Es findet auf jeden Fall eine mediales Framing statt, was ich so noch nie erlebt habe.

    Und das macht mir Sorgen.

    Bitte mal verlinken, was du meinst.

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  • Was ich damals wie heute schon eher speziell finde, ist, dass Lanz himself solche Fragen stellt und sozusagen den "Querdenker" spielt, was ja Anwesende auch offenbar leicht irritierte ...

    In der Regel hat er ja bei einem Politiker als Gast auch einen kritischen Journalisten (oft aus einer anderen politischen Ecke) als Gegenpart eingeladen. In der Sendung war ihm mit Tschentscher und der Taz-Journalistn wohl zu viel Harmonie unterwegs, weshalb er den Advocatus Diaboli gegeben hat, um Teschentscher ein wenig aus der Reserve zu locken. Dieser war aber kompetent genug, das Ganze ruhig und sachlich zu kontern Von daher lief das ins Leere und Lanz war dadurch ziemlich blamiert..

  • Was ich damals wie heute schon eher speziell finde, ist, dass Lanz himself solche Fragen stellt und sozusagen den "Querdenker" spielt, was ja Anwesende auch offenbar leicht irritierte ...

    In der Regel hat er ja bei einem Politiker als Gast auch einen kritischen Journalisten (oft aus einer anderen politischen Ecke) als Gegenpart eingeladen. In der Sendung war ihm mit Tschentscher und der Taz-Journalistn wohl zu viel Harmonie unterwegs, weshalb er den Advocatus Diaboli gegeben hat, um Teschentscher ein wenig aus der Reserve zu locken. Dieser war aber kompetent genug, darauf ruhig und sachlich zu kontern Von daher lief das ins Leere und Lanz war dadurch ziemlich blamiert..

    Das "blamiert" (wenn man es denn so sehen will) war für mich eher eine gekünstelte Show. Für mich war das, das deutete ich ja damals schon an, nur ein Rollenspiel, um auch die oft von Beobachtern gewünschte andere Seite mal in relativ lauter Manier zu Wort kommen zu lassen, sone Art Schroeder-Style (wobei ich auf den gleich auch zu sprechen kommen werde). Gab ja dann in der Szene der Querdenker auch den ein oder anderen, der das ganz gut fand von Lanz. Lanz tickt aber in Wahrheit doch in der Sache selbst sonst völlig anders meiner Meinung nach - und wollte wohl halt mal ne andere Sicht der Dinge einfließen lassen, um so noch schärferer Kritik zu entgehen, dass er gefühlt immer nur Leute à la Lauterbach einlade. Wie gesagt, Diskussionen wie bspw. bei Servus TV traut man sich bei Lanz leider eher nicht, Bhakdi oder andere, die so reden, wie er das da tat, würde er nicht einladen. Da geht man lieber den sichereren Weg und lässt den Moderator mal einen Tag lang gewissermaßen zugleich zum Gast werden.

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  • Sorry, aber die, die keine Mediziner oder Ärzte sind, haben trotzdem ein bürgerliches Hirn mit dem man Sachverhalte verstehen und wiedergeben kann. Wenn auch in vereinfachter Sprache. Falls man das weiter führen würde sind wir alle irgendwann so verblödet das wir uns zu gewissen Vorgängen nicht mehr informieren können und jemanden brauchen der für uns konsumiert, verarbeitet und entscheidet? Kein Virologe oder Epidemiologe ist vom Himmel gefallen als Robotermensch. Natürlich gehören da jahrelange intensive Studienzeit und Erfahrung zu.


    Aber wie du schon vollkommen richtig sagst, irgendwo muss man sich dranhängen. Die Punkte die du dann aber aufzählst um sich an Herrn Drosten zu hängen - für mich nicht nachvollziehbar.


    a)

    Vereinnahme durch Presse und Medien konsequent verweigert?

    Um dann in Punkt b) in den NDR Podcast überzugehen?


    Das beißt sich für mich. Drosten gibt sich immer als den introvertierten und wie er für dich bspw. rüber kommt, bestätigt mir eigentlich das das bei den meisten auch so ankommt. Faktisch allerdings ist es doch so das Drosten von Anfang an bei Bundespressekonferenzen im Zuge des Gesundheitsministeriums mit Spahn etc. in Reih und Glied saß und seitdem doch so ziemlich jedem wichtigen Blatt oder Leitmedium ein Interview oder Statements gibt. Hinzu sich in Shows wie Maybrit Illner setzt. Ich unterstelle ihm nichts damit, will aber mal behaupten das sich das nicht anfühlt wie eine konsequente Beschränkung auf irgendwas.



    c)

    Niemand bei Verstand würde Drosten ernsthaft unterstellen er würde keine korrekte Wissenschaft betreiben und wüsste nach den vielen Publikationen über Coronaviren nicht am besten bescheid über Charakter & Eigenschaft des Virus. Mir ging es immer nur darum, das wenn man sagt man steckt in einer Pandemie oder einer Epidemie, man eben im Umgang mit der Situation auch andere Experten zu Rate ziehen muss.

    Und ich bin der Meinung das man Experten wie Prof. Dr. Dr. Martin Haditsch und Prof. Sucharit Bhakdi nach hunderten wissenschaftlichen Publikationen nicht von der Diskussion ausschließen darf, weil Herr Bhakdi sich nachdem er in Rente gegangen ist mal an 2 Sachbüchern seiner Frau beteiligt hat. Da ist mir die Argumentation zu schwammig, sorry. Wenn du von Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit redest, dann müsste doch jemand der sich durch Spenden finanziert, keine politische Agenda verfolgt und einen unabhängigen Social Media Kanal führt, am glaubwürdigsten sein.


    EDIT: Und viele Leute haben halt auch immer noch Drostens ermahnende Worte von 2009 im Ohr, sich doch dringend gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. So was klingt nach. Egal ob die Gegebenheiten momentan anders sind.

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  • Das meinte ich mit Advocatus Diaboli. Dort spielt man eine Rolle und nimmt die Position des "Bösen" ein.

    Stimmt, sorry, passte dann für mich nur nicht mit dem "blamiert" so recht zusammen. Aber alles gut, kapiert jetzt, du meintest die "Kunstfigur". ;-):thumbup:

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  • Arthur Friedenreich :

    Nicht deshalb blamiert, weil er diese Rolle gespielt hat. Sondern, weil dieses Manöver ins Leere lief. Hätte er damit Tschentscher auf dem falschen Fuß erwischt, etwas herausbekommen, was vorher nicht bekannt war oder es wäre zumindest zu einer emotionaleren Diskussion gekommen, hätte das Schlüpfen in eine andere Rolle zumindest einen Zweck erfüllt. So aber war das für die Katz. Und da das nicht ganz ungefährlich ist, weil das viele nicht richtig einordnen können, ob er nur eine Rolle spielt oder seine eigene Position vertritt, war das halt ein Schuss in den Ofen.

  • Danzel10 :

    Welches Youtube.-Video meinst du denn? Die Sendung Lanz hat nämlich im Gegensatz zu vielen anderen Sendungen im ZDF gar keinen eigenen Youtube-Kanal, wo sie ihre Sendungen hochlädt.

    Tschentscher über die Corona-Politik | Markus Lanz vom 03. September 2020


    Ich glaube das war gemeint...

    Direkt darunter steht aber der Link zur ganzen Sendung. Und für einige Aussagen auch in diesem Clip wird er doch in den Kommentaren mehr oder weniger gefeiert von Leuten, die es wohl anders als der "politische Mainstream" sehen.

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  • Direkt darunter steht aber der Link zur ganzen Sendung. Und für einige Aussagen auch in diesem Clip wird er doch in den Kommentaren gefeiert von Leuten, die es wohl anders als der "politische Mainstream" sehen.

    Wie schon gesagt, ich sehe das nicht so eng wie der eingehende User...


    Ich denke mir halt einfach nur das der simple Bürger sich wegen der geringen Aufmerksamkeitsspanne oder fehlender Zeit eher den Zusammenschnitt auf Youtube anguckt. Die Klicks sprechen für sich. Wenn dann ein paar spannende Sachen fehlen ist das einfach nur schade. Nicht mehr und nicht weniger meines Erachtens...