Das aktuelle Wortstudio

  • geboren/gebürtig


    Der siebte Band von ›Der Duden in zwölf Bänden‹ ist das Synonymwörterbuch. Das trägt den Untertitel: »Ein Wörterbuch sinnverwandter Wörter«. Während unter ›Synonymen‹ Wörter mit genau gleicher Bedeutung verstanden werden (Gleichnamige), weist die treffendere Bezeichnung ›(sinn)-verwandt‹ auf die sehr viel häufigere sachliche Differenzierung hin, die mit den verschiedenen Wörtern ausgedrückt werden kann und soll. So verhält es sich auch beim Begriffspaar ›geboren‹ und ›gebürtig‹, mit dem unterschiedliche Sachverhalte bezeichnet werden:



    geboren/gebürtig


    Es heißt geboren in Düsseldorf, aber gebürtig aus Düsseldorf. ›Gebürtig‹ hat demnach die Bedeutung ›stammend aus‹ und bezeichnet die örtliche Herkunft.


    Nur wer in Düsseldorf lebt und auch in dieser schönen Stadt geboren ist, ist ein geborener Düsseldorfer und unterscheidet sich damit von jedem in Düsseldorf Lebenden, der andernorts geboren ist.



    Und wer darf dann als ›gebürtiger‹ Düsseldorfer bezeichnet werden? Das ist derjenige, der zwar in Düsseldorf geboren ist, dort jedoch nicht mehr lebt und woanders wohnt. Er könnte also berichten: »Ich bin/ich wurde (beide Formen sind richtig) in Düsseldorf geboren und lebe nun in einer Nachbarstadt. Somit bin ich gebürtiger Düsseldorfer.«

    "Initiation bezeichnet die Einführung eines Außenstehenden [...] in eine Gemeinschaft oder seinen Aufstieg in einen anderen persönlichen Seinszustand ..." | [Quelle: wikipedia, abgerufen am 24.05.2013] Regionalliga West, Saison 1967/68, 15. Spieltag, 12.11.1967 | Fortuna 95 - Westfalia Herne 4:0

  • Was ist ein lange in Düsseldorf gewohnt Habener, die Stadt sehr Liebender, der aber dummerweise in Essen geboren wurde, ohne dort jemals gelebt zu haben und vor einiger Zeit aus beruflichen Gründen nach Baden Württemberg Verzogener?

    Erwartungsvoll wartend...

    :beer:

    Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt
    und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zu Mute. H.Heine 1826

  • Auf den konkreten Fall bezogen bedeutet das also, dass die beiden Brüder, die gebürtige deutsche Eltern haben und in Liberia geboren wurden, gebürtige Liberianer und Herrkunftsdeutsche sind?

    "Fouls sind was wunderbares. Inden-Arsch-Treten sieht man leider selten." Walter Kempowski, Sirius

  • Auf den konkreten Fall bezogen bedeutet das also, dass die beiden Brüder, die gebürtige deutsche Eltern haben und in Liberia geboren wurden, gebürtige Liberianer und Herrkunftsdeutsche sind?


    So kann's gehen mit Sprachbetrachtungen: Aus einer Frage ergeben sich weitere. Doch genau dafür ist unser Aktuelles Wortstudio geschaffen.



    Neben der rein sprachlichen Unterscheidung zwischen ›geboren‹ und ›gebürtig‹ sei dann, soweit das notwendig ist, auch auf den Gesichtspunkt der Staatsbürgerschaft (genau genommen nicht identisch mit ›Nationalität‹, die eher ein ethnisch-sozialer Begriff ist) eingegangen - dies an dieser Stelle unter ausdrücklicher Absehung von politischen Erwägungen:


    # Ist mindestens ein Elternteil der beiden Brüder in Deutschland geboren, hat dieses ohne weiteres Zutun die deutsche Staatsangehörigkeit. In der Folge haben auch die beiden Brüder unabhängig vom Geburtsland die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Grund: Für deutsche Staatsbürger gilt das Abstammungsprinzip (jus sanguinis = wörtlich: Recht des Blutes).


    # Ist mindestens eines der beiden Elternteile (vorläufig sind’s ja nicht mehr als zwei) zwar in einem anderen Land geboren, hat jedoch die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erworben und zum Zeitpunkt der Geburt der Brüder bereits besessen, haben die Brüder unabhängig vom Geburtsland ebenfalls die deutsche Staatsangehörigkeit.


    # Sind die Brüder im westafrikanische Liberia geboren und leben, wie im Ausgangsbeispiel, in Deutschland, sind sie gebürtige Liberianer mit deutscher Staatsangehörigkeit.


    # Sind die Brüder in Liberia geboren und lebten sie dort auch zur Zeit, wären sie gebürtige und zugleich geborene Liberianer mit deutscher Staatsangehörigkeit.

    (Im Gespräch ersparten sie ihrem Gegenüber besser diese übergenaue und vermutlich selten verstandene Selbstbeschreibung, falls sie an einer flüssigen Fortsetzung der Unterhaltung interessiert sind.)


    # Komplizierter wäre es, wenn in Liberia – wie in 29 anderen Ländern, darunter den USA – das Geburtsortprinzip gölte (Ius soli = wörtlich: Recht des Bodens). Dies ist nicht der Fall und deshalb ist aus dem Geburtsort in Liberia keine zusätzliche liberianische Staatsbürgerschaft erwachsen.


    # Doppelte Staatsbürgerschaft: Diese ist in 116 Ländern dieser Welt möglich, jedoch – wie oben dargestellt - nicht in Liberia. Somit kann ich mich erleichtert vor weiteren Spezifikationen drücken.


    *****


    Das Ausgangsbeispiel sei noch um eine kleine Unterscheidung ergänzt: Für jede Eheschließung/Begründung einer Lebenspartnerschaft in Deutschland wird von beiden Beteiligten (auch hier sind es ja vorläufig nicht mehr als zwei ... doch warte man ab) eine beglaubigte Abschrift des Geburtseintrags aus dem am Standesamt des Geburtsorts geführten Geburtsregister verlangt. Eine Geburtsurkunde, wie im Beitrag genannt, kann diese Abschrift nicht ersetzen.



    Quellen:

    # Alle rechtlichen Angelegenheiten rund um die deutsche Staatsangehörigkeit sind im Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) geregelt.

    # Die Dokumentation aller Personenstandsfälle (Eheschließung, Begründung von Lebenspartnerschaften, Geburten und Sterbefälle) richtet sich nach dem Personenstandsgesetz (PStG).

    # Die Unterscheidung von ›geboren/gebürtig‹ folgt dem gleichlautenden Lemma in: Richtiges und gutes Deutsch. Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle. Duden Band 9

    "Initiation bezeichnet die Einführung eines Außenstehenden [...] in eine Gemeinschaft oder seinen Aufstieg in einen anderen persönlichen Seinszustand ..." | [Quelle: wikipedia, abgerufen am 24.05.2013] Regionalliga West, Saison 1967/68, 15. Spieltag, 12.11.1967 | Fortuna 95 - Westfalia Herne 4:0

  • Was ist ein lange in Düsseldorf gewohnt Habener, die Stadt sehr Liebender, der aber dummerweise in Essen geboren wurde, ohne dort jemals gelebt zu haben und vor einiger Zeit aus beruflichen Gründen nach Baden Württemberg Verzogener?

    Erwartungsvoll wartend...

    ein hoffnungsloser Fall ??:D

    Der Unterschied zwischen Leben und Existieren liegt im Gebrauch der Freizeit



                                                                           Victory Not Vengeance

  • Was ist ein lange in Düsseldorf gewohnt habender, die Stadt sehr liebender, der aber dummerweise in Essen geboren wurde, ohne dort jemals gelebt zu haben und vor einiger Zeit aus beruflichen Gründen nach Baden-Württemberg Verzogener?

    Erwartungsvoll wartend ...

    :beer:



    Der ist ...


    ... als ein in Essen Geborener ein ›Ruhri‹, der (nur) von Vertrauten auch als ›Alten Wemser‹ angesprochen werden darf,


    ... als ein in Düsseldorf wohnender Nicht-Düsseldorfer ein ›Imi‹,


    ... als Zugezogener im schwäbischen Filderstadt dort ein ›Raigschmeggder


    ... und in diesem schönen Forum, dem Ort mit der höchsten Aufenthaltsqualität, selbstredend immer ein ›Fortune‹.

    "Initiation bezeichnet die Einführung eines Außenstehenden [...] in eine Gemeinschaft oder seinen Aufstieg in einen anderen persönlichen Seinszustand ..." | [Quelle: wikipedia, abgerufen am 24.05.2013] Regionalliga West, Saison 1967/68, 15. Spieltag, 12.11.1967 | Fortuna 95 - Westfalia Herne 4:0

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Egon18Geye95Allofs ()

  • Mir ist aufgefallen, dass hier des öfteren von "qui bono?" die Rede ist. So gebildet es sich anhören mag, ist es grammitikalisch leider komplett falsch. Das substantivische Interrogativpronomen "quis" gehört in den Dativ "cui" (sogenannter Dativus finalis). Es heisst also richtig "cui bono?". Ist aber ein weit verbreiteter Fehler, siehe: https://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/qui_bono.shtml

  • Mir ist aufgefallen, dass hier des öfteren von "qui bono?" die Rede ist. So gebildet es sich anhören mag, ist es grammitikalisch leider komplett falsch. Das substantivische Interrogativpronomen "quis" gehört in den Dativ "cui" (sogenannter Dativus finalis). Es heisst also richtig "cui bono?". Ist aber ein weit verbreiteter Fehler, siehe: https://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/qui_bono.shtml


    Siehste, Egon18 usw., es fällt auch anderen auf. ;)

  • Wo ihr hier bei weitverbreiteten Fehlern seid; oft liest man hier öfters. Da krieg ich meine persönliche Krise.:motz:

    Da biste nicht der Einzig(st)e... -)weg

    Wenn der nicht gekommen wäre, wäre ich echt enttäuscht gewesen.^^

    Als Haus wärst du ne Hütte
    als Nahrung trocken Brot
    als Pflanze Mauerblümchen
    als Raubtier schon längst tot!

  • Klar freu ich mich, dass unsere Spieler so gut sind, dass sie zu ihren Nationalmannschaften eingeladen werden, andererseits interessieren mich die Länderspiele kaum. Insofern ist mir das Hemd näher als der Rock und ich fände es besser, sie würden nicht spielen.

    hmmm.... bist Du Schotte oder Mädchen?? 8o

    Alt, ich habe das noch richtig gelernt.

    Ist aber Jacke wie Hose :)

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  • Es gildet nur beim Allerwertesten...

    "Die Stehplätze gehören abgeschafft, die Zäune erhöht, und bei jeder Ausschreitung sollten für den Verein 100 000 Euro fällig werden."
    "Bitte, Pfefferspray ist immer noch milder als der Schlagstock! Es tut kurz weh, die Augen tränen, das wars. "
    Im Namen der Toleranz sollten wir das Recht beanspruchen, die Intoleranz nicht zu tolerieren!
    Wahnsinnige explodieren nicht wenn sie vom Sonnenlicht getroffen werden, ganz egal wie wahnsinnig sie sind.

  • hmmm.... bist Du Schotte oder Mädchen?? 8o


    765px-Ashurst_frock_coat.jpg

    haben wir schon hier geklärt.


    Die neuerdings häufiger auftretende Variante des Spichworts mit Hose statt Rock ergibt auch überhaupt keinen Sinn, denn Hemd und Hose sind mir doch gleich nah.

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